Hurrikan "Melissa" hat Jamaika mit verheerender Kraft getroffen und über eine halbe Million Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. UNICEF ist alarmiert: 700.000 Kinder sind in Gefahr. Die Hilfsorganisation bereitet bereits Notmassnahmen vor.

Der Wirbelsturm "Melissa" hat Jamaika mit der höchsten Hurrikan-Kategorie 5 erreicht und dabei Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde entwickelt.

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sind mehr als 530.000 Haushalte ohne Elektrizität, die Regierung rief den Katastrophenfall aus. Strassen stehen unter Wasser, Krankenhäuser und Brücken sind stark beschädigt.

UNICEF warnt vor langfristigen Folgen für Kinder

Besonders dramatisch ist die Lage für die jüngsten Bewohner der Karibikinsel. Laut UNICEF Deutschland befinden sich zahlreiche Kinder auf Jamaika in akuter Gefahr. "Der Hurrikan bringt allein auf Jamaika rund 700.000 Kinder in Gefahr, auch weitere Inseln in der Karibik liegen auf dem Weg dieses extrem bedrohlichen Wirbelsturms", warnte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

Schneider betont die weitreichenden Konsequenzen, die der Wirbelsturm für die Menschen in Jamaika hat: "Die Zerstörung durch Hurrikane hat oft gravierende und langfristige Folgen für Kinder und ihre Familien. Unsere UNICEF-Teams in Jamaika bereiten sich darauf vor, betroffene Kinder und Familien schnellstmöglich zu unterstützen."

Karibikregion immer wieder betroffen von Umweltkatastrophen

Lateinamerika und die Karibik sind die am zweithäufigsten von Katastrophen betroffene Region der Welt. Kinder zählen dabei laut UNICEF Jamaika, zu den am stärksten gefährdeten Gruppen. In den letzten zehn Jahren waren in Lateinamerika und der Karibik jährlich etwa 11 Millionen Menschen, darunter fast 4 Millionen Kinder, direkt von Naturkatastrophen und vom Menschen verursachten Gefahren betroffen.

Hilfsorganisation hat Notvorräte vorbereitet

Bereits in der vergangenen Woche wurde von UNICEF gemeinsam mit den örtlichen Behörden präventive Schritte eingeleitet, um sich auf den Katastrophenfall vorzubereiten. Im Land stehen strategisch verteilte Hilfsgüter bereit – darunter Hygienematerialien, Wasseraufbereitungsgeräte, Wasserbehälter und medizinische Ausrüstung.

Fast 15.000 Menschen suchten Schutz in Notunterkünften. Der Südwesten des Landes stehe unter Wasser, die Schäden seien erheblich, berichtet der Minister für lokale Verwaltung, Desmond McKenzie laut dpa.

Kuba bereitet sich auf "Melissa" vor

Während Jamaika die Verwüstungen zu bewältigen versucht, steuert "Melissa" bereits auf das nächste Ziel zu. Der Wirbelsturm bewegt sich nun als Kategorie-4-Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 215 Kilometern pro Stunde auf Kubas Südostküste zu, teilte das US-Hurrikanzentrum mit.

Erste Todesopfer bereits in den letzten Tagen

Schon vor dem Erreichen Jamaikas forderte "Melissa" Menschenleben. In Haiti und der Dominikanischen Republik starben mindestens vier Personen durch heftige Regenfälle. Auf Jamaika kamen drei Menschen bei Vorbereitungsarbeiten ums Leben, als sie Bäume fällten.

Empfehlungen der Redaktion

Die Vereinten Nationen koordinieren den Transport von Hilfsgütern über den Seeweg von Barbados aus, da die Flughäfen vorerst geschlossen bleiben. UNICEF Deutschland teilte mit, dass lebensrettende Hilfsgüter auch in Haiti, der Dominikanischen Republik und Kuba bereitstehen, um Kinder und Familien zu unterstützen. (bearbeitet von cm)

Verwendete Quellen:

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