Der Bürgerkrieg in Syrien dauert in unverminderter Härte an. Bislang soll es über 70.000 Tote gegeben haben. Jeden Tag werden es mehr. Laut UNICEF sind bereits 1,4 Millionen Syrer in die Nachbarländer geflohen. Insgesamt brauchen nach neuesten Schätzungen 6,8 Millionen Menschen in dem umkämpften Land dringend Hilfe, darunter mehr als drei Millionen Kinder.

Die Not der Kinder in Syrien wächst täglich. Sie leiden unter den erbitterten Kämpfen und der immer schlechter werdenden Versorgungslage besonders. Ganze Städte sind zerstört, Krankenhäuser und Schulen liegen in Trümmern, immer mehr Familien sind auf der Flucht. Pro Woche strömen 40.000 Neuankömmlinge in die Flüchtlingslager auf beiden Seiten der syrischen Grenze. Die Nachbarländer sind längst an ihre Leistungsgrenze gekommen. Es fehlt an Medikamenten, Brennstoff, Nahrung, sauberem Wasser und elektrischem Strom, aber auch an Kleidung und trockenen Unterkünften. Mit aller Macht versucht UNICEF, den Kindern und ihren Familien in Syrien und in den Flüchtlingslagern zu helfen.

UNICEF braucht mehr Hilfsgelder

Doch der UNICEF fehlt das nötige Geld, um die nötigsten Hilfeleistungen aufrecht zu erhalten beziehungsweise um die Familien zu erreichen, die dringend Hilfe brauchen. Insgesamt benötigt die Kinderhilfsorganisation in der ersten Hälfte 2013 für die Hilfe in Syrien und in den Flüchtlingslagern in den Nachbarländern 150 Millionen Euro. Erst 20 Prozent dieser Summer sind gesichert.

Deshalb braucht UNICEF deutlich mehr Mittel von Regierungen und privaten Spendern. Deutschland hat im vergangenen Jahr grosszügig geholfen und insgesamt 30 Millionen Euro für syrische Flüchtlingskinder in den Nachbarländern Jordanien und Libanon zur Verfügung gestellt.

Versorgung mit Trinkwasser

Millionen Menschen in Syrien fehlt sauberes Trinkwasser. Die einst funktionierende Wasserversorgung ist vielerorts zerstört, in den Flüchtlingslagern muss improvisiert werden. Deshalb transportiert UNICEF mit Lastwagen grosse Mengen Chlor ins Land, mit dem Wasser gereinigt werden kann. Ausserdem stellt UNICEF in Syrien 16 Generatoren zur Verfügung, damit die Wasserpumpstationen trotz der häufigen Stromausfälle laufen können. 2,1 Millionen Menschen erhalten dadurch sauberes Trinkwasser. Gerade für die Kinder ist dies überlebenswichtig. Verschmutztes Wasser zieht gefährliche Durchfallerkrankungen nach sich, an denen die Jüngsten und die Geschwächten durch Austrocknung sterben.

Auch andere Krankheiten wie Hepatitis A und Typhus bedrohen die leidgeprüften Syrer, Gerade in den Flüchtlingslagern, wo Hunderttausende auf engstem Raum hausen, können sich diese Erkrankungen schnell ausbreiten. Deshalb organisiert UNICEF trotz der Kämpfe und der damit verbundenen Gefahr auch in Syrien selbst Impfkampagnen. 900.000 syrische Kinder wurden bisher gegen Masern und Polio geimpft. 50 mobile Gesundheitsteams versorgen innerhalb des Landes Kinder, die keinen Zugang zu einem Krankenhaus haben.

Für die Kinder, die oft durch die Kämpfe, die Flucht und die ständige Unsicherheit, traumatisiert sind, herrscht in den Flüchtlingslagern Langeweile und Hoffnungslosigkeit. Hunderttausende von Kindern können nur unregelmässig unterrichtet werden. Es droht eine verlorene Generation zu entstehen. Deshalb sorgt UNICEF für das nötig Schulmaterial und psychosoziale Hilfe.

Riesige Flüchtlingslager

Viele Flüchtlingslager sind bereits so gross wie Städte und haben über 100.000 Einwohner. Allein im jordanischen Flüchtlingslager Za'atari versorgt UNICEF 120.000 Menschen mit sauberem Wasser. Die Kinderhilfsorganisation betreibt dort auch rund 2500 Latrinen. In drei Schulen werden 12.000 Kinder unterrichtet. Ausserdem hat UNICEF Jugendtreffs, Anlaufstellen für Kinder und Spielplätze eingerichtet.

Im Libanon hausen über 450.000 Syrer in oft selbst gebauten Notunterkünften. Die Grenzgemeinden, die zu den ärmsten des Libanon zählen, können dem Ansturm längst nichts mehr entgegensetzen. UNICEF versorgt dort inzwischen syrische und libanesische Kinder mit Wasser, Schulmaterial und Hygieneartikeln. Auch im Libanon hilft UNICEF mit Impfkampagnen, Sozialarbeitern, Medikamenten und mobilen Gesundheitsteams. Diese bestehen jeweils aus einem Arzt, einer Hebamme, zwei Krankenschwestern und einem Impfhelfer, die die Flüchtlinge kostenlos betreuen.

Auch in den überfüllten Flüchtlingslagern Domiz und Al-Qaim im Irak sorgt UNICEF für sauberes Wasser und Latrinen. Die Organisation unterstützt zudem Familien mit Hygieneartikeln und medizinischer Hilfe sowie mit Impfkampagnen gegen Masern und Meningitis. UNICEF hat Notschulen eingerichtet, in denen die Jungen und Mädchen unterrichtet werden.

Empfehlungen der Redaktion

Die Türkei hat bislang 17 Flüchtlingslager für über 320.000 Syrer eingerichtet. Dort bietet UNICEF Notschulen, kinderfreundliche Zonen und psychosoziale Hilfe für 100.000 Kinder an.

Die Flüchtlingskinder aus Syrien brauchen Ihre Hilfe! Deshalb bittet Sie die Stiftung United Internet for UNICEF um Ihre Unterstützung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!