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Mutter und Kind bei der Untersuchung auf Mangelernährung, Khartum
Teaserbild: © UNICEF/UN0936963/Elfatih
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In der Hauptstadt Khartum wurde bis Mai 2025 gekämpft. Nun ist die Stadt wieder in den Händen der sudanesischen Armee, viele Vertriebene aus den Kriegsgebieten Darfur oder Kordofan suchen hier Schutz. Menschen, die aus Khartum geflüchtet sind als im April 2023 hier der Krieg ausbrach, kommen langsam wieder zurück. Doch der Krieg hat seine Spuren in Khartum hinterlassen - sowohl sichtbare als auch unsichtbare. Grosse Teile der Stadt sind von Landminen durchsetzt und gefährden täglich das Leben der Menschen.
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Ein Ort an dem Kinder wieder Kind sein dürfen: In einem von UNICEF unterstützten kinderfreundlichen Zentrum in Port Sudan spricht Stiftungsvorsitzende Tessa Page mit den anwesenden Kindern. Viele erzählen, dass sie mit ihren Familien vor der Gewalt im Westen des Landes geflüchtet sind.
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"Der Sudan blutet" schreibt ein Kind auf sein Bild, links oben. Das, was die Kinder auf der Flucht oder in ihren Heimatorten erlebt haben, lässt sich für sie oft nur schwer in Worte fassen. In den kinderfreundlichen Zentren bekommen sie Stifte und Papier und dürfen malen und schreiben, was ihnen durch den Kopf geht. Viele verarbeiten ihre Erlebnisse und Traumata, malen Szenen, die sie erlebt haben. So, erzählt ein Mitarbeitender, könne man gut herausfiltern, wer von den Kindern psychosoziale Unterstützung benötigt.
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Die kinderfreundlichen Orte, die UNICEF gemeinsam mit der Stiftung United Internet for UNICEF unterstützt, sind für Kinder ein Anker in unsicheren Zeiten. Hier können sie spielen, lachen, tanzen, singen und malen. Hier gibt es Menschen, die sich Zeit für die Kinder nehmen, wenn ihre Eltern arbeiten gehen müssen. Oft gibt es auch daran angeschlossene Zeltschulen, in denen die Kinder weiter lernen können. Die Schulbildung ächzt immens unter der Last des Krieges und viele Kinder haben seit Jahren keine Schule mehr besucht.
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Einer von ihnen ist Semi (Mitte). Der 10-Jährige ist mit seiner Familie aus Al-Fashir vor der Gewalt geflohen. Seine Eltern wurden kurz nach ihrer Flucht angeschossen und schwer verletzt, die Kinder haben alles mit angesehen. Nun lebt die Familie in einem Vertriebenencamp in Port Sudan. Semis Geschwister besuchen die Zeltschule in der Nähe ihrer Unterkunft. Nur Semi kann nicht: Das, was er auf der Flucht erlebt hat, nimmt ihn täglich so mit, dass er oft weinen muss und nicht zur Schule gehen kann.
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Der Krieg im Sudan belastet auch die Ernährungslage im Land. Immer mehr Kinder sind mangelernährt, Eltern wissen nicht, wo sie die nächste Mahlzeit herbekommen sollen und das Gesundheitssystem ist überfordert. „Bis zum Ende des Jahres wird es nach Einschätzung unseres Teams im Sudan für über 800.000 schwer akut mangelernährte Kinder nur noch um das Überleben gehen", sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.
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Besonders schwer mangelernährte Kinder müssen stationär aufgenommen werden, wie hier in einem Krankenhaus in Khartum. Eltern bleiben dann bei ihren Kindern, um sie wieder gesundzupflegen und ihnen zur Seite zu stehen. Für viele ist das nicht leicht, denn oft haben sie noch andere Kinder und nicht immer gibt es andere Familienmitglieder, die sich kümmern können. Auch nebenher zu arbeiten ist schwierig. So eine Mangelernährung belastet das ganze Familiensystem und kann dramatische Folgen haben.
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Diese Mütter im Mandela-Gesundheitszentrum warten darauf, dass ihre Kinder untersucht werden. Täglich kommen zahlreiche Familien hier an, bis zum Mittag hat sich der Eingangsbereich so sehr gefüllt, dass keine freien Plätze mehr da sind. Während der aktiven Kämpfe in Khartum kamen weniger Eltern hierher: aus Angst vor den Kämpfen trauten sie sich nicht auf die Strassen.
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Nachdem die Kinder untersucht wurden, erhalten sie therapeutische Zusatznahrung, um wieder auf die Beine zu kommen. Beim sogenannten "Appetittest" sollen Eltern ihren Kindern die reichhaltige Erdnusspaste verabreichen. Wenn die Kinder diese mit Appetit innerhalb einer halben Stunde essen, wird den Eltern eine Kiste von der Paste mit nach Hause gegeben, wo sie diese ihren Kindern selbst verabreichen. Essen die Kinder von alleine nicht genug, müssen sie in einem Krankenhaus stationär aufgenommen werden. Doch das Gesundheitssystem im Sudan macht das nicht immer möglich.
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Auch Mujahid braucht dringend Nährstoffe. Seine Mutter Angelina bringt ihn einmal die Woche ins Ernährungszentrum. Angelina weiss, was Hunger und Verlust bedeuten. Eines ihrer Kinder starb auf der Flucht von Kordofan nach Khartum. Angelina vermutet, dass der Hunger Schuld war - denn sie hatten oft tagelang nichts zu essen. Jetzt im Vertriebenencamp ist sie mit ihrem Sohn Mujahid ganz allein.
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Jetzt im Vertriebenencamp ist sie mit ihrem Sohn Mujahid ganz allein. Angelinas Mann verschwand kurz nach ihrer Ankunft im Camp. Ob er entführt wurde oder eigenständig ging, weiss Angelina bis heute nicht. Bei unserem Besuch zeigt sie uns ihre Unterkunft in der sie und ihr Sohn jetzt leben. Als wir sie fragen, wie sie sich ihre Zukunft vorstellt, fängt Angelina an zu weinen. Sie sei einfach nur noch müde, sagt sie. Diese Müdigkeit spiegelt sich in vielen Gesichtern im Sudan.
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Der Krieg im Sudan hat viele Kinder und Familien schmerzlich getroffen. Die vierjährige Aisha verlor bei einem Angriff vor zwei Jahren ihr Bein. Ihre Mutter war bei dem Angriff schwanger und wurde durch den Vorfall so traumatisiert, dass sie kaum vor die Tür gehen kann. Aishas Onkel Ahmed Abdallah bringt sie deswegen in das Prothesenzentrum, das auch von UNICEF unterstützt wird. Hier bekommen Menschen, die vom Krieg verletzt und verstümmelt wurden, die notwendige Unterstützung, wie Physiotherapie, psychosoziale Unterstützung und passende Prothesen.
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Viele Betroffene sind aus vulnerablen Gruppen, die häufig wenig Zugang zu einer medizinischen Versorgung haben. Dadurch infizieren sich Wunden immer wieder und erschweren die Arbeit im Prothesenzentrum. Vor allem Kinder brauchen eine engmaschige Betreuung. Ihre Prothese muss öfter angepasst und gewechselt werden, da sie schneller herauswachsen. Aisha hat ihre erste Prothese vor drei Monaten bekommen und übt nun regelmässig damit zu laufen.
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Die vierjährige Sahar hat bei einem Drohnenangriff auf ihr Haus ihren Arm verloren. Die Familie sass grade beim Abendessen als um sie herum alles explodierte. Zwei von Sahars Geschwistern kamen ums Leben, die anderen wurden schwer verletzt. Fast alle Kinder wurden von Schrapnellen getroffen, Sahar im Kopf, ihr Bruder in der Brust. Sahars Mutter erzählt uns, dass sie nachts kaum schlafen kann aus Sorge um ihre Kinder. Nun lebt die Familie in dem Haus eines Verwandten und versucht irgendwie über die Runden zu kommen.
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Das Leben im Krieg zehrt an den Menschen und besonders an den Kindern. Sie sind zahlreichen Gefahren und Risiken ausgesetzt und stehen psychisch unter extremen Druck. Doch trotz allem konnten wir auf unserer Reise auch immer wieder leichte Momente wie diesen erleben. Denn trotz allem sind Kinder vor allem einfach nur Kinder.