Ohne Wasser gibt es kein Leben, verschmutztes Wasser aber bringt millionenfach den Tod. Denn durch schmutziges Wasser und mangelnde Hygiene bekommen besonders Babys und Kleinkinder Durchfallerkrankungen, die oft tödlich enden. Pro Tag fallen diesen Krankheiten weltweit 3.000 Kinder unter fünf Jahren zum Opfer. Das sind mehr Kinder, als in derselben Zeit an Aids, Tuberkulose und Malaria zusammen sterben.

Über 780 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. 2,5 Milliarden Menschen fehlen ausreichende sanitäre Anlagen. 1,1 Milliarden Menschen müssen im Freien zur Toilette gehen. Um gegen diese Zustände anzukämpfen, hat UNICEF Deutschland 2012 die Kampagne "Wasser wirkt" für das Kinderrecht auf sauberes Wasser ins Leben gerufen. Die Kinderhilfsorganisation sammelt in Deutschland Spenden, um bis 2015 mindestens 500.000 Kinder in sechs Ländern zu helfen.

Bundesweite Kampagne von UNICEF Deutschland

Die bundesweiten Mitmach- und Spendenaktionen werden getragen von den 8.000 Freiwilligen in 150 deutschen UNICEF-Gruppen von Aachen bis Cottbus und von Sylt bis Passau. Sie richten unermüdlich Veranstaltungen aus, informieren, klären auf und sammeln Spenden. Wo welche Aktionen stattfinden, kann man auf der UNICEF.de erfahren.

Auch UNICEF-Pate Udo Lindenberg hilft mit beim Spendensammeln für Kinder. Im vergangenen Herbst stellte er die Online-Aktion "Rockt das Netz für UNICEF" vor. Der Chef des Panik-Orchesters hat hier in moderner Form das Musikmachen und Spendensammeln miteinander verbunden. Auf der Internetseite www.wasser-wirkt.de können alle, die auf spielerische Weise Spenden für die Aktion "Wasser wirkt" sammeln wollen, eine virtuelle Band gründen und eigene Songs komponieren. Auf Facebook ruft dann jede Band mit ihrem Song zum Spenden auf und tritt in Konkurrenz zu den anderen Bands. "Wir müssen helfen, wir müssen da was machen: Mach mit und rock das Netz für sauberes Wasser. Wir gründen ne Band - geile Idee von UNICEF", sagte Udo Lindenberg bei der Vorstellung der Aktion.

Hilfe für Kinder in sechs Ländern

Mehr als 200.000 Kinder konnte UNICEF Deutschland bereits mit der Kampagne "Wasser wirkt" in den sechs Ländern Äthiopien, Bangladesch, Kambodscha, Sambia, Somalia und Südsudan helfen. Sie haben nun dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser und hygienischen Latrinen. Zusätzlich werden sie in ihren Schulen über wichtige Fragen der Gesundheit aufgeklärt.

UNICEF hilft auch beim Bau von Brunnen und bildet Freiwillige aus, die die Anlagen instand halten und über notwendige Hygienemassnahmen informieren. Denn allein regelmässiges Händewaschen mit Seife kann die Zahl der Durchfallerkrankungen um 50 Prozent reduzieren. Wenn die Kinder sauberes Wasser zur Verfügung haben, sparen sie zudem die oft langen Wege, um Wasser zu holen. Sie können stattdessen zur Schule gehen und werden dort - zum Beispiel mit Hilfe der UNICEF - in Hygiene, Umweltschutz und Gesundheit unterrichtet - ein Wissen, das sie an ihre Familien weitergeben.

Äthiopien

In Äthiopien, einem der trockensten Länder der Erde, fehlt es an Brunnen. Der Klimawandel hat die Situation während der regelmässigen, lang anhaltenden Dürreperioden verschärft. Deshalb unterstützt UNICEF dort den Bau von sicheren Brunnen. Ausserdem werden zusätzliche Wasseranschlüsse in Schulen und Gemeinden gefördert, um die Hygienestandards zu verbessern. Schon mit einer einfachen Handpumpe werden zum Beispiel 500 Menschen mit sauberem Wasser versorgt und ein lebensrettender Dorfbrunnen kostet gerade 150 Euro.

Bangladesch

In Bangladesch müssen 22 Millionen Menschen Wasser trinken, das mit Arsen verseucht ist. Es stammt zum grössten Teil aus dem Himalaja, wo es natürlich vorkommt. UNICEF sorgt in besonders betroffenen Regionen für Wassertests und den Bau von Brunnen, die tief genug sind, um arsenfreies Wasser zu fördern. Zudem fehlt es an genügend Latrinen und an Wissen über Hygiene. Mit besonderen Kampagnen wird zum Beispiel für das Händewaschen nach dem Toilettengang oder vor der Zubereitung von Speisen geworben. 160 Euro kostet eine sanitäre Anlage für 20 Schüler, wenn die gesamte Schule mit Latrinen ausgestattet wird.

Kambodscha

In Kambodscha gibt es für zwei Drittel der Landbevölkerung kein sauberes Trinkwasser, auch dort ist in manchen Regionen das Wasser mit Arsen verseucht. Oft werden Flüsse als Toilette benutzt - obwohl darin gebadet und gewaschen wird. UNICEF hilft mit dem Bau von Brunnen und Latrinen sowie mit der Schulung von Dorfbewohnern zu Hygiene und Gesundheit. Es werden auch Familien unterrichtet, wie sie mit Hilfe grosser Regenwassertanks Wasser sammeln und sicher aufbewahren können. Sauberes Wasser für 20 Schüler kostet 150 Euro, wenn ein Regenwasserauffangsystem für eine Schule mit 300 Schülern errichtet wird.

Sambia

In Sambia leidet die Bevölkerung besonders unter dem Klimawandel. Dürreperioden aber auch extreme Regenfälle bedrohen die Ernte und verschärfen die ohnehin schwierige Wasserversorgung. UNICEF hilft mit dem Bau von Brunnen und Regenauffangbecken in besonders betroffenen Regionen. Dorfbewohner werden geschult, damit sie die Brunnen instand halten können. Mit einem Hygiene- und Gesundheitsprogramm werden 35.000 Menschen erreicht. Acht Euro pro Familie kostet so eine Kampagne.

Somalia

Auch Somalia ist vom Klimawandel hart getroffen. Dürreperioden werden häufiger, Wasser wird knapp, der Zugang zu Brunnen wird immer wieder durch bewaffnete Konflikte erschwert. Vielen Somaliern stehen nur Tümpel mit verseuchtem Wasser zur Verfügung. UNICEF hilft mit solarbetriebenen Wasserstationen, die Wasser aus der Tiefe nach oben pumpen oder Flusswasser aufbereiten. Eine Spende von 7,50 Euro sichert die Trinkwasserversorgung einer Person, wenn UNICEF eine solarbetriebene Wasseranlage für 2.400 Einwohner in einem Dorf installiert.

Empfehlungen der Redaktion

Südsudan

Im gerade unabhängig gewordenen Südsudan leben die meisten Menschen unter der Armutsgrenze. Viele Brunnen und Wasserleitungen sind durch den lang anhaltenden Unabhängigkeitskrieg zerstört. Die Menschen müssen täglich um Wasser kämpfen, die Gefahr von bewaffneten Konflikten ist hoch. Zudem ist das Land weltweit am stärksten vom Guineawurm betroffen, einem gefährlichen Parasiten, der in stehenden Gewässern lebt und zu schweren Erkrankungen führt. In besonders schwer betroffenen Regionen baut UNICEF sichere Brunnen und Latrinen und klärt über Hygiene auf. 25 Euro kostet ein Hygienepaket mit Wasserreinigungstabletten, Kanistern und Seife für eine Familie.

"Wasser wirkt" - helfen Sie mit, Brunnen zu bauen und über Hygiene aufzuklären. Die Stiftung United Internet for UNICEF bittet Sie um Ihre Unterstützung.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!